Johannes Kliesch von SNOCKS: Mit Socken und Unterwäsche zum 10+ Millionen-Business

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Neue Marken, neue Marketingansätze, neue Erfolgsgeschichte: Am Startup Roundtable der OMKB im März 2021 erzählte uns Snocks CEO & Founder Johannes Kliesch seine Erfolgsgeschichte. Ist TikTok als Ad-Strategie effizient? Unser OMKB Co-Host Christoph Steger hat genauer nachgefragt.
Johannes Kliesch

Wir haben euch erneut drei derzeit sehr angesagte Startups an den Roundtable der OMKB geholt. Christoph Steger spricht mit Lena Jüngst von air up, Johannes Kliesch von SNOCKS und Andy Weinzierl von SUSHI Bikes über ihre Marketing Erfolgsgeheimnisse – drei Unternehmen, die an ganz unterschiedlichen Punkten ihrer Entwicklung, aber teilweise dennoch vor identischen Herausforderungen stehen, Leidenschaft für ihr Business mitbringen und hands-on unterwegs sind.

Das Video des gesamten Roundtables in voller Länge gibt es hier. Freu dich auf 50 Minuten spannende Einblicke aus der Q&A Session.

Video mit Andy Weinzierl, Lena Jüngst und Johannes Kliesch

Im folgenden Interview erzählt uns Johannes Kliesch, Founder und CEO von SNOCKS, wie das Startup mittlerweile nicht nur die ursprüngliche Paradedisziplin Amazon FBA rockt.

Vom Studenten zum Gründer

Johannes Kliesch ist seit 2016 mit seinem Business Snocks als Geschäftsführer und Gründer aktiv. Snocks umfasst im Portfolio neben Socken, Unterhosen und Unterhemden, Hoodies für Frauen und Männer. Seit 2018 gibt es zusätzlich die Ausgründung der Snocksulting. Johannes hat jetzt außerdem ein Snocks Café in Mannheim eröffnet.

Snocks selbst hat er mit seinem Cousin Felix gegründet. Eigentlich wollten beide gemeinsam eine Gärtnerei, haben sich dann jedoch entschieden mit Snocks die Lifestyle-Brand am Markt für Socken zu gründen. Darüber hinaus gibt es mittlerweile auch viele weitere Produkte. Es ging nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern viel mehr darum, Produkte und etwas Neues zu kreieren, das Johannes gerne selbst nutzt und tragen würde.

Podcast mit Andy Weinzierl, Lena Jüngst und Johannes Kliesch

Mario Rose: Seit 2018 gibt es bei euch auch die Ausgründung der Snocksulting – wir hatten bereits die zauberhafte Romy Riffel bei uns auf der OMKB mit an Bord. Als hättest du nicht genug zu tun, hast du jetzt ganz frisch ein Snocks Café in Mannheim eröffnet, in das ich gestern noch über ein LinkedIn Live blicken durfte.

Ab 2016 seid ihr extrem stark im Amazon Ökosystem gewachsen. Ihr habt dort das Amazon System komplett durchgespielt und auch damit begonnen mit einer eigenen E-Commerce Initiative selbstständig Kundendaten zu sammeln. Ihr habt mittlerweile 55 Prozent bis 60 Prozent des Umsatzes bei euch im eigenen Shop.

Chapeau, das ist natürlich eine starke Marke und ein Change, der auch jetzt nicht jedem gelingt – vom Amazon Ökosystem mit einer eigenen Marke an den Start zu gehen. Zuletzt sieht man ganz viel von euch auf TikTok. Von dir persönlich gibt es extrem viel LinkedIn Content, wo du viele Insights mit uns um deine Facebook Advertising Strategien teilst, oder wie ihr versucht, euer Konsumenten Erlebnis zu verbessern.

Ich freue mich, Johannes, dass du heute mit uns an Bord bist und unsere Runde bereicherst.

Johannes Kliesch, Snocks
Johannes Kliesch auf der virtuellen OMKB

Christoph Steger: Johannes, ich habe mittlerweile gelernt, ihr verkauft mehr Boxershorts als Socken. Vielleicht kannst du ein paar Zahlen nennen. Was habt ihr bisher abgesetzt? Hast du das so parat?

Johannes Kliesch: Oppositionell nicht. Wir gehen mehr nach dem Umsatz. Aber wir sind auf jeden Fall im zweistelligen Millionen Bereich. Letztes Jahr haben wir deutlich über 10 Millionen Euro Umsatz gemacht. Dieses Jahr hoffen wir, das natürlich nochmal zu toppen. Aber die einzelne Anzahl in Packungen, Socken oder Boxershorts kann ich jetzt aus dem FF nicht sagen. Da muss ich leider passen.

Christoph Steger: Ich habe auch eine Boxershorts von Snocks an. Das erspare ich euch jetzt an dieser Stelle.

Johannes Kliesch: Die will ich jetzt aber sehen, sonst glaube ich dir das nicht. 

Christoph Steger: Ne ne, das lassen wir jetzt mal. Ich bin aktuell nicht so in shape, die Corona Zeit hat ein paar Kilos drauf gelegt. Vielleicht beim nächsten Mal. Aber nicht nur an meinem Körper hat die Pandemie Spuren hinterlassen, sondern auch in der gesamten Wirtschaft und auch die Startup Branche ist nicht komplett reibungslos durch die Krise gekommen.

Von außen betrachtet seid ihr nicht von der Krise betroffen, aber was für Auswirkungen habt ihr gespürt? Da gibt es bestimmt verschiedene Faktoren, die auch euer Business im Daily Doing getroffen haben. Johannes, wie sah es bei euch in den letzten 12 bis 13 Monaten aus?

Die Auswirkungen der Pandemie – Nicht jedes E-Commerce Unternehmen profitiert

Johannes Kliesch: Als Headline kann ich sagen, dass wir ohne Corona stärker gewachsen wären als mit Corona. Zumindest sagt das mein Bauchgefühl. Wir merken, dass die Fashion Branche im gesamten Markt um 20 Prozent gesunken ist. Je nachdem, welchen Zahlen man Glauben schenken mag. In unserem Customer Journey ist schon eine starke Korrelation zu sehen.

Wann kaufen die Leute Socken und Boxershorts? Wenn ich in den Urlaub fahre oder mir neue Sneakers kaufe. Dann mache ich mich wieder etwas frisch und kaufe mir neue Snocks Socks oder auch eine neue Boxershorts. Darunter haben wir schon gelitten, das kann man nicht anders sagen. Ich möchte gar nicht von oben herab sprechen, aber wir können uns trotzdem sehr glücklich schätzen. Es gibt Unternehmen, die hat es viel schlimmer getroffen. Von daher sind wir in einer sehr glücklichen Lage.

Im ersten Moment denkt man vielleicht, wir E-Commerce Startups profitieren alle brutal davon, aber so ist es nicht.

Johannes Kliesch, Snocks

Johannes Kliesch: Im ersten Moment denkt man vielleicht, wir E-Commerce Startups profitieren alle extrem davon, aber so ist es nicht. Vielleicht ein Beispiel dazu: Amazon ist auch ein sehr starker Channel für uns und da sehen wir seit der Coronakrise, dass der Durchschnittspreis irgendwie um 30 bis 40 Prozent nach unten gegangen ist, weil große Retail-Händler offline unterwegs sind und jetzt über Amazon ihre Markenware relativ anonym nach außen drücken.

Der Durchschnittspreis einer Calvin Klein Boxershorts auf Amazon ist von 40 Euro auf teilweise 20 Euro runter gegangen. Große Retail-Händler bekommen ihre Ware offline nicht weg, deshalb drücken sie diese online stark rabattiert raus. Ich möchte keine Namen nennen, aber das merken wir schon. Auch in der Supply Chain haben wir es stark gemerkt, aber trotzdem ist 2020 für die Firma Snocks ein sehr geiles und erfolgreiches Jahr gewesen.

Christoph Steger: Das freut mich total für euch, dass ihr da so reibungslos durchgekommen seid. Auch wenn ihr noch mehr hättet wachsen können. Wir wissen, über Amazon habt ihr extrem Fahrt aufgenommen. Für den Start war es sicherlich eure Paradedisziplin, aber ihr habt bis heute weiterhin ein extrem tiefes Verständnis für alle Performance Marketing Kanäle.

Die Online Marketing Top Disziplin von SNOCKS

Welche Kanäle haben sich für euch zu festen Größen entwickelt? Wie wir gerade von Mario gehört haben, macht der Onlineshop mehr als die Hälfte eures Umsatzes aus. Was sind eure stärksten Disziplinen?

Johannes Kliesch: Erstmal muss man das zweiteilen. Amazon ist nach wie vor 40 bis 50 Prozent bei uns. Ich glaube, da muss ich nicht erklären, wie wichtig das für uns ist. Im Onlineshop sind auf jeden Fall Facebook Ads sehr wichtig. Auch um mehr Marge zu haben in Richtung CRM, also mit E-Mail Marketing. Das sind die 2 wichtigsten Kanäle, die für uns sehr gut funktionieren. Ein Rising Star in den Kanälen ist für uns definitiv die App TikTok und Influencer Marketing.

Christoph Steger: Cool, da kommen wir auch später noch hin. Welche Kanäle laufen bei euch nicht so an, trotz massivem Potenzial? Mario sagte schon, du bist selbst sehr LinkedIn aktiv. Ihr shared auch ganz offensiv eure Insights. Ich habe gelesen, bei Google Shopping gab es lange Schwierigkeiten, aber jetzt gibt es positive Tendenzen.

Johannes Kliesch: Ja definitiv. Wir haben einen tollen Freelancer mit Simon Borg und mit ihm sind wir auf einem geilen Weg. Vielleicht hörst du gerade zu, ganz liebe Grüße an dich. Ich glaube, die anderen Channels wie Pinterest oder TikTok sind alle nice to have. Aber diese werden unsere Wachstumsziele nicht krass nach vorne bringen. Lena Jüngst kann noch viel mehr darüber erzählen, weil air up noch viel mehr Channels mit TV Werbung etc. haben.

Am Ende das Tages geht es darum, den Touchpoint immer omnipräsent zu halten. Die Marke Snocks sollte immer erlebbar sein. Du sollst an Snocks denken, wenn du an Socken oder Boxershorts denkst. Bei Facebook und Amazon ist die Attention und der Umsatz am Größten. Aber man darf nie vergessen, die vorgelagerten Kanäle wie LinkedIn oder TikTok sind auch wichtig, um die Audience an das Produkt heranzuführen.

Christoph Steger: Okay. Eine recht frische Meldung. Auch bei Otto seid ihr gut in das Quartal gestartet. Ich habe letztes Jahr in einem Podcast gehört, da wart ihr noch dran, das ganze Thema zu onboarden. Ihr seid sehr happy mit der Entwicklung von Otto als Marktplatz. Habt ihr damit gerechnet, dass es so durchstartet?

Johannes Kliesch: Nein, überhaupt nicht. Also, jeder der hier zuhört und Online Shop Händler ist: Bei Otto geht wirklich was. Wir haben Reel probiert. Wir haben noch 2 bis 3 andere Marktplätze. Otto hat wirklich Volumen. Ich hätte auch niemals gedacht, dass ich selbst dort kaufe. Aber es macht Spaß. Wir sind dort auf jeden Fall mitb sechsstelligem Monatsumsatz unterwegs.

Im Jahr sind wir definitiv im Millionen Bereich, was wir auf Otto umsetzen. Von daher ist es ein sehr relevanter Channel und profitabel, da die Konkurrenz noch überschaubar ist. Die Advertising Möglichkeiten funktionieren auch sehr gut. Das ist vielleicht ein Geheimtipp, den ich euch mitgeben kann. Das Preisniveau ist deutlich höher als auf Amazon, wo sehr viel chinesische Konkurrenz ist.

Christoph Steger: Gut, okay. Lass uns mal einen Sprung zum Influencer Marketing machen. Bei euch ist das Thema bisweilen eher schwierig, denn wie ich eingangs sagte, ich stelle mich jetzt nicht hin und zeige meine Boxershorts oder Socken. Wo steht ihr denn heute und was könnte der Game Changer im Bereich Influencer Marketing vielleicht zukünftig für euch sein?

Influencer Marketing – ein Channel, der Millionen umsetzen kann

Johannes Kliesch: Für uns kam der Game Changer vor zwei oder drei Monaten. Wir haben jemanden in unser Team bekommen, die vorher bei „Purelei“ einem anderen sehr großen befreundeten Startup Unternehmen war. Diese Person baute vorher bei Purelei das Influencer Marketing und nun baut sie das Ganze bei uns auf. Seitdem die liebe Ricarda bei uns ist, funktioniert es super. Davor habe ich es ein bisschen nebenbei gemacht, da hat es nicht funktioniert. Es ist schön, dass viele Leute mich als E-Commerce Experten wahrnehmen. Aber ohne das Team wird es nicht funktionieren.

Ich habe Influencer Marketing bei Snocks probiert – es hat nicht geklappt. Jetzt haben wir eine Person im Team und es läuft. Wir haben jetzt 3 Vollzeitstellen. Ich glaube, wenn wir nächstes Mal auf der OMKB darüber sprechen, dann kann ich mehr darüber sagen. Stand heute, bin ich kein top Experte dafür, aber wir sind auf einem guten Weg. Wir machen gerade die ersten größeren Schritte. Vom Volumen kann ich sagen, neben Facebook und Amazon ist Influencer Marketing der einzige Channel der auch irgendwie Millionen umsetzen kann. So, dass es prozentual auch relevant ist.

Die kleineren Channels wie Pinterest sind im Volumen leider zu klein, als dass sie 10 bis 20 Prozent vom Gesamtumsatz ausmachen können. Daher sind wir sehr bullisch auf Influencer Marketing. Wenn man das gut hinbekommt, dann hast du eine schöne Performance in Kombination mit einem sehr positiven Brand Effekt. Da haben wir auf jeden Fall noch Aufholpotenzial.

Christoph Steger: Okay cool. Du sagtest gerade drei Vollzeitstellen. Ihr seid ja wie die Feuerwehr unterwegs.

Johannes Kliesch: Ich glaube, das hat uns in den letzten Jahren ausgemacht. Wenn wir sehen, dass etwas funktioniert, dann gehen wir All In. Das kenne ich von air up oder, Andy sagte es auch schon: Das macht schnellwachsende Start ups aus. Wenn man Potenziale sieht, gepaart mit einer gewissen Erfahrung. Dann macht es Spaß. Und Influencer Marketing ist ein People Business.

Es geht nicht darum, möglichst viele Leute anzuschreiben, sondern mit den Leuten, die zurückschreiben, Menschen zu scouten, die zur Marke passen. Das erreichst du nicht über irgendein Tool oder Algorithmen, da müssen geile Leute mit einer gewissen Kapazität sitzen.

Für Facebook Marketing brauchst du einen guten App Buyer, der das Budget hochdreht. Für Influencer Marketing brauchst du mehr Leute, die mit mehr Leuten interagieren können, um den Markt nach vorne zu bringen. Daher ist es personell sehr intensiv. Aber ich gebe dir Recht. Im Januar haben wir die ersten Versuche gestartet und jetzt im März haben wir drei Mitarbeiter in Vollzeit. Da sind wir relativ aggressiv und bullisch, denn jetzt ist unsere Hauptsaison. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Startup Roundtable mit Lena Jüngst, Johannes Kliesch und Andy Weinzierl
Startup Roundtable mit Lena Jüngst, Johannes Kliesch und Andy Weinzierl

Christoph Steger: Vielleicht eine Randfrage: Ich hatte die Tage auf LinkedIn gesehen, dass ihr die Social Media Ads jetzt auch Inhouse macht. Wie krass wachst ihr personell jetzt gerade?

Johannes Kliesch: Letztes Jahr sind wir von 20 Vollzeitstellen auf 50 gewachsen. Wir gehen gerade personell etwas runter, da wir unser eigenes Lager auflösen und zu einem Dienstleister wechseln. In unserem „Büro-Team“ werden im Laufe des Jahres bestimmt noch 30 Vollzeitstellen dazu kommen.

Christoph Steger: Stark und so wie ich es gehört habe, habt ihr auch viele Freunde und bekannte Gesichter aus eurem Umfeld mit eingebunden. Ist das richtig?

Johannes Kliesch: Ja, aber ich glaube, uns allen geht es so. Im ersten Schritt ist es cool, Freunde und Familie einzustellen. Du schreibst die Stellen nicht offiziell aus, weil du weißt, ein Kumpel sucht gerade einen Job. Aber wenn du 30 Leute im Jahr einstellst, dann geht es nicht mehr über Family and Friends.

Christoph Steger: Ja klar.

Johannes Kliesch: Da brauchst du echt eine große Familie. Und ganz ehrlich, wir brauchen auch absolute Experten. Im ersten Schritt war es so, dass man Freunde eingestellt hat. Daraus sind wir längst rausgewachsen. Ricarda ist eine absolute Maschine im Influencer Marketing. So jemanden habe ich jetzt nicht in der Familie.

Die Stellen, die wir jetzt besetzen, haben deutlich höhere Anforderungen. Ich meine es nicht böse, aber das wird mit Freunden und Familie niemals klappen. Jetzt sind wir wirklich auf dem normalen Arbeitsmarkt aktiv unterwegs. Wir versuchen, wie jeder andere auch, die Stellen mit den besten Leuten zu besetzen.

Christoph Steger: Perfekt. Das ist eine sehr gute Flughöhe.

Mehr Umsatz durch TikTok?

Christoph Steger: Lasst uns einen Sprung von Influencer Marketing zu TikTok machen. Das ist natürlich sehr eng miteinander verbunden. Mit dem ganzen Bereich Influencer Marketing sind wir nicht nur bei Instagram, sondern auch bei TikTok. Johannes, ihr seid in das Thema TikTok mit Snocks schon sehr bullisch reingekommen. Soweit ich es mitbekommen habe, war es auch ein Wunsch von dir, dort eine Vollzeitstelle bei euch im Unternehmen zu schaffen. Wie zufrieden bist du aktuell mit eurer TikTok Performance und auch Umsatztechnisch?

Heute, vor dem Call, musste ich noch einen Shot trinken, weil wir gestern die 100.000 Follower auf TikTok geknackt haben.

Johannes Kliesch, Snocks

Johannes Kliesch: Hammer. Ich bin super happy. Wir sind ja ein etwas anderes Start up Unternehmen. Aber bei geilen Erfolgen im Unternehmen trinken wir immer einen Shot gemeinsam. Heute, vor dem Call, musste ich noch einen Shot trinken, weil wir gestern die 100.000 Follower auf TikTok geknackt haben. Aktuell sind wir bei 111.000 und darüber bin ich super happy. TikTok for the win. Ich bin da nach wie vor sehr bullisch oder wie ein Feuerwehrmann, wie du es gerade nanntest.

Christoph Steger: Sehr cool. Eine Frage an der Stelle. Hast du ein Vorbild auf TikTok oder eine Zahl wo ihr hinwollt? Oder macht ihr einfach und schaut wo die Reise hingeht? 100.000 ist ja erstmal sehr beachtlich.

Johannes Kliesch: Für mich stehen bei TikTok zwei Sachen an erster Stelle. Das sind die Wachstumszahlen. Aktuell wachsen wir im Durchschnitt um 8.000 Follower pro Woche. Ich glaube, wir haben es schon ganz gut raus, was dort funktioniert. Aber es schwankt natürlich auch sehr.

Ich hoffe, dass wir diesen Wachstum dort fortführen können. Die meisten fragen mich ob wir mit TikTok überhaupt Geld verdienen. Im ersten Schritt nicht, da die Leute bei TikTok auf unseren Job klicken. Kaufen ist nicht der Fall. Aber wenn man sich unsere Facebook Ads anschaut: Diese sind alle sehr TikTok-like. Snocks lebt von einem sehr guten Performance Marketing.

Ich glaube, wir haben den Trend sehr früh erkannt, dass die TikTok Videos eine sehr starke Attention haben. Du bist so gefesselt in diesem Format, dass wir unsere ganze Kommunikationsstrategie in den Ads sehr stark in die Richtung bewegen. Das bedeutet in der Praxis: Nina, die bei uns für TikTok verantwortlich ist, ist auch sehr eng in das Facebook Team mit eingebunden und hilft bei den ganzen Videodrehs. Dort wird dann richtig Umsatz gemacht und Geld verdient, auch wenn das Video gar nicht auf TikTok erscheint.

Nina versteht genau, was ein gutes TikTok Video ausmacht. Deshalb produzieren wir genau diese TikTok Formate. Das nutzen wir für unsere Ad-Strategie und das funktioniert wahnsinnig gut. Um in Zahlen zu sprechen: Wir haben jetzt mehr als doppelt so hohen Expand auf Facebook wie letztes Jahr.

Christoph Steger: Du hast gerade Performance Marketing und Ads angesprochen. Ich habe in der LinkedIn Timeline von Jason (MAWAVE) gesehen, dass TikTok auch für Snocks eine sehr gute Entwicklung ist. Es ist ein anderes Game, als auf Facebook und Instagram. Aber es gibt sehr gute Entwicklungen. Hast du dazu auch einen Insight, den du mit uns teilen kannst? Für viele ist das alles Neuland. Wir schalten auch seit letztem Jahr Ads. Vielleicht hast du etwas für die Audience. Was seht ihr da aktuell?

Johannes Kliesch: Nummer 1: Tracking funktioniert nicht. Das ist alles Schwachsinn. Daher musst du es ähnlich machen, wie mit Influencern. Du gibst einen Rabattcode von beispielsweise 15 Prozent um zu tracken was wirklich über TikTok kommt. Denn egal ob es über UTM Parameter, die falsch geladen und übergeben werden, oder über Tracking selbst kommt, technisch gesehen klappt das alles noch überhaupt nicht. Soweit ist TikTok einfach noch nicht.

Wir haben es dann mit Rabattcodes probiert, um besser zu tracken welche Sales welchen Impact hatten. Das hat super funktioniert, auch bzgl. der Awareness und CPMs. Du kannst mit wenig Geld sehr viele Leute erreichen. Das Problem daran ist, dass Werbemittel oder Creative Duration sehr schnell durchgekaut sind. Jeder in Deutschland hat es dann mal gesehen und ist genervt. Das passiert innerhalb von 3 bis 4 Tagen.

Das bedeutet, um eine Woche lang auf TikTok Geld auszugeben – und bei uns waren es beim letzten Mal 5.000 Euro in der Woche – haben wir 5 Videos gebraucht und für die nächste Woche hätten wir wieder 5 neue Videos gebraucht.

Das sind pro Woche 5 Videos und dann sprechen wir wieder von Opportunitätskosten. Du brauchst dann eine Vollzeitkraft, die nur diese TikTok Videos dreht. Daher haben wir das aktuell wieder pausiert. Wir haben es einfach in der Produktion nicht geschafft, jede Woche 5 weitere Videos zu drehen. Dazu ist uns unsere Brand zu wichtig, um den Leuten das gleiche Video 100 Mal anzuzeigen.

Ich glaube auch, in einem Jahr sprechen wir wieder ganz anders, wenn die Leute es gewohnt sind über TikTok auch zu kaufen. Dann werden wir bestimmt auch eine der ersten sein, die das intensiv machen werden. Ich weiß, dass es funktioniert. Hätten wir die Kapazitäten und einen Investor, damit wir die Wette noch größer spielen könnten, dann wäre ich auf jeden Fall am Start.

Christoph Steger: Verstehe. Das wollte ich auch gerade sagen. Wir haben es in unseren Cases ähnlich beobachten können, als die Funktion kam. In der Instagram Story Ad war die Conversion zunächst noch nicht zum feiern. Irgendwann hat sich die Audience daran gewöhnt und die Leute haben angefangen zu klicken und zu kaufen. Dann ist es explodiert. Ich bin sehr gespannt, wohin sich TikTok dort entwickelt.

Johannes Kliesch: Es wird auch spannend zu sehen sein, wann es in den Reels-Formaten zu sehen. Ich bin gar nicht so bullisch auf TikTok als Plattform. Aber wenn man sieht, wer die stark wachsenden Influencer sind – auch auf Instagram – das sind alles Leute, die sehr aktiv mit Reels-Formaten pushen. Ich habe zum Beispiel einen befreundeten Influencer, der gerade von 150.000 auf 200.000 in einer Woche gewachsen ist, weil er ein Reel mit 8,9 Millionen Views hatte. Er macht ist seit 4 bis 6 Jahren aktiv und hat bislang noch nie so viele Follower bekommen.

Er hat 4 bis 5 Jahre für 150.000 Follower gebraucht und jetzt in einer Woche 50.000 Follower generiert, weil ein Video gezogen hat. Dahin wird die Reise gehen. Ob das jetzt TikTok ist oder Reels sind, das ist egal. Du musst dieses Format verstehen. Denn das Format ist genau das gleiche. Es wird spannend werden, wenn auch Facebook und Instagram anfangen Werbung zu schalten.

Strategische Investoren und Mentoren können zum Unternehmenserfolg beitragen

Christoph Steger: Johannes, wann steht eure Finanzierungsrunde an? Du hast es gerade auch angesprochen. Man könnte es sicherlich hier und da noch ein bisschen beschleunigen. Das Interesse sollte nicht gering sein, nehme ich mal an?

Johannes Kliesch: Auf jeden Fall. Wir können uns sehr glücklich schätzen. Wir sind eine People First Company. Wenn wir das Gefühl haben, wir brauchen einen Partner an unserer Seite, dann sind wir nicht abgeneigt einen Investor mit ins Boot zu holen. Jeder, der das hört, kann mir gerne eine Nachricht schreiben. Aktuell sind wir nicht darauf angewiesen und über diese Situation sind wir sehr dankbar.

Wer ist Johannes Kliesch?

Wir sind sehr liquide durch die Corona Krise gekommen. In den letzten Jahren waren wir auch immer sehr profitabel. Rein finanziell gesehen haben wir es aktuell nicht nötig. Trotzdem sind wir nicht abgeneigt einen starken Partner an der Seite zu haben, der an das Ganze glaubt und unterstützt. Wenn man vielleicht nicht nur drei Vollzeitkräfte im Influencer Marketing hat, sondern zehn. Man weiß es nie. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.

Christoph Steger: Wir werden es auf jeden Fall mit Interesse verfolgen. Ich bin auch sehr gespannt, ob der ein oder andere mit an Bord kommt. Der Andy spricht immer liebevoll davon, dass er „Mentoren“ im Hintergrund hat. Ihr seid in das Thema Amazon auch so reingesprungen und habt euch da reingefuchst. Wie ist das heute? Habt ihr Mentoren an eurer Seite in eurem Netzwerk – unabhängig von Investments?

Johannes Kliesch: Ich glaube, das ist unser größtes Leck. Wir sind echt nicht gut in Strategie. Das wäre ein entscheidender Faktor: Ein strategischer Investor, der uns dabei hilft die Company auszurichten. Da haben wir auf jeden Fall unseren Blindspot und sind daran interessiert, einen Partner an unsere Seite zu bekommen. Meine Mentoren sind Leute wie Lena von air up oder Andy von Sushi Bikes.

Andere Startups, die ähnliche Sachen wie wir durchmachen. Wir machen auch viel Podcast. Ich spreche viel mit Leuten und tausche Erfahrungen aus. Das sind für mich die Mentoren. Wir haben jetzt nicht den einen Ansprechpartner, der uns Feedback bei Problemen gibt.

Christoph Steger: Glückwunsch auch an der Stelle für Johannes und euren Podcast. Den höre ich regelmäßig sehr gerne. Da sprichst du über genau diese Themen. Das gefällt mir auch sehr gut.

Johannes Kliesch: Andy und ich haben gerade einen Termin für Dienstag ausgemacht. Lena war auch schon zu Besuch. Das ist eine absolute Herzensangelegenheit. Das sind für mich auch diese Stunden, wo ich selber sehr, sehr viel lerne und eine Art Austausch angeregt ist.

Wann hätten Lena und ich uns sonst eine Stunde zusammengesetzt, um darüber zu sprechen wie air up entstanden ist? Das macht man sonst im Daily Doing nicht. Da ist so ein Podcast genau das richtige. Jetzt auch Andy noch einmal auf eine andere Art dort kennenzulernen, darauf freue ich mich wirklich. Darauf habe ich richtig Bock.

Christoph Steger: Danke, Johannes. Wir sind jetzt leider schon am Schluss. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und war sehr kurzweilig. Ich hoffe die Audience hatte auch ihre Freude an diesem Talk. Ich bedanke mich vielmals bei dir. Ciao ciao.

Johannes Kliesch: Danke dir und du hast es toll gemacht, Ciao Ciao.

FAQ zu Johannes Kliesch von SNOCKS

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